A bird's view

Es ist immer wieder ein beeindruckendes Schauspiel:

In schnellen 200-, 300- und 400m-Trainingsläufen auf der Tartanbahn startet "Vögi" bewusst mit Abstand am Ende des Pulks von Eliteläufern; und doch rollt er das illustre Feld meistens schon weit vor der Ziellinie bis auf den letzten schnellen Mann auf.


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Vögi in Front


Der Spitzname ist kein Diminutiv. Daniel Vögeli wird in der Schweizer Läuferszene respektiert wie kaum ein anderer. Und das verdankt er nicht nur seinen erstklassigen Leistungen sondern auch unerhörtem Trainingsfleiss und seiner Art, andere Läufer (inklusive Oldies wie mich) trotz seiner Podestwarte nicht klein zu machen.



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Am Start des Zürich Silvesterlaufs 2005


Dass er nicht nur schnell sondern auch ein Steher ist, hat Vögi am diesjährigen Post-Cup einmal mehr bewiesen. Im letzten Rennen (Silvesterlauf) musste er sich zwar Christian Belz und seinem Trainingskollegen Phil Bandi geschlagen geben, aber er vermochte den bis zum letzten Lauf des Cups führenden Jerôme Schaffner zu distanzieren und damit noch vom Treppchen der Gesamtwertung zu verdrängen.


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Die Winner des Postcup (Bild SLV)


Und doch wird Vögi wohl kaum zufrieden auf die Saison 2005 zurück blicken. Wer ihn in den Trainings des vergangenen Jahres beobachtet hat - insbesondere in den Trainingslagern - ist sich bewusst, dass der ersehnte Durchbruch, der Anschluss an die europäische 1500m-Spitze nicht stattgefunden hat.

Trotz horrendem Zeitaufwand, trotz fantastischen Trainingseinheiten, trotz berechtigten Ambitionen und Hoffnungen - das befreiende Rennen wollte einfach nicht kommen.


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Aber Vögi ist keiner der resigniert. Mit seinen 28 Jahren hat er noch genügend Zeit, an der Optimierung seiner Saisonvorbereitung zu arbeiten. Mit noch grösserer Konsequenz als bis anhin setzt er auf die Karte Leistungssport, um sein Potential zu realisieren.

Die Qualifikations-Limite (1500m in 3:40) für die EM in Göteborg ist für ihn geradezu quälend greifbar nah. Ab Januar soll ein dreimonatiger Trainingsaufenthalt in Australien für die optimale Vorbereitung der heissen Saison 2006 sorgen.


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Vögi - soon Down Under...


Im vergangenen Jahr wartete Vögi vergeblich auf das ideale Rennen und die Unterstützung der Elemente (kein Gerempel, kein Wind, kein Regen). In der kommenden Saison wird er die Bedingungen stellen müssen, um den Zug nach Göteborg zu erwischen.

Das ist die Crux im Leistungssport: Um den Anschluss zu schaffen, muss man die Führung übernehmen - im Kopf und im Rennen. Ganz allein.


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Bei dieser harten Arbeit an der körperlichen und mentalen Form erlaubt uns Vögi als einer von ganz wenigen Spitzenathletin in der Schweiz einen Blick über seine Schulter. Auf seiner Website berichtet er regelmässig über Training und Rennen.

Schaut mal rein - regelmässig. Der Countdown für Göteborg läuft Down Under.



Keep running!


Euer Coach

Fliegende Finnen und Speere

Die Leichtathletik Weltmeisterschaften im finnischen Helsinki sind zuende. Einmal mehr hat man mit seinen persönlichen Favoriten gehofft und gelitten - auch wenn sie nicht zum Kreis der Titelanwärter gehörten.

Aus Schweizer Sicht sind die Ergebnisse sehr bescheiden ausgefallen. Der einzige, der seine persönlichen Vorgaben übertroffen hat, war Christian Belz. Alle andern konnten sich im Ernstfall nicht steigern.

Warum eigentlich nicht? Athletinnen und Athleten anderer Nationen vermochten im wichtigsten Wettkampf der Saison doch auch über sich hinaus zu wachsen.

Da war zum Beispiel der finnische Weitspringer Tommi Evilä, der in einem dramatischen Wettkampf für sich und seine mitfiebernden Landsleuten eine Bronze-Medaille errang - und obendrein den Landesrekord verbesserte.



Der finnische Weitspringer Tommi Evilä erwies sich als wettkampfstark.


Bei den Frauen geriet der Speerbewerb zur Bühne der Entfesselung. Nachdem die spätere Siegerin Osleidys Menéndez ihr Arbeitswerkzeug auf die neue Weltrekordweite von 71.70m geschleudert hatte, pulverisierte die deutsche Newcomerin Christina Obergföll in einem Aufwisch den Haus-, Landes- und Europarekord und sicherte sich damit Silber vor ihrer wesentlich routinierteren Landsfrau Steffi Nerius.

Gemeinsam war Evilä und Obergföll, dass sie im Wettkampf jung und hungrig wirkten.


Da kommt mir ein schöner Beitrag in den Sinn, der auf der Website der Weltmeisterschaften von Helsinki nachzulesen war. Es ist ein Beitrag über Nurmi - Matti Nurmi, den Sohn des legendären finnischen Langstreckenläufers Paavo Nurmi, dessen Bronzeplastik den Eingang zum Weltmeisterschaftsstadion in Helsinki schmückt.



Bronzeplastik des "fliegenden Finnen" Paavo Nurmi in Helsinki.


"Heute kannst du nicht mehr alle Langstreckenrekorde halten", erklärt der inzwischen auch 75-jährige Sohn Nurmis. "Nicht mit all den Afrikanern im Rennen!"

Und dann fügt er an: "Dazu ist das Leben zu leicht hier. Unser Lebensstandard ist zu hoch. Niemand ist mehr bereit, genügend Zeit auf ein Ziel zu verwenden. Vielleicht sind wir weich geworden."


Es scheint mir, dass man hungrig sein muss, um im Wettkampf erfolgreich sein zu können.



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Woche 7.8. - 13.8.05 (leicht)

Tag: Donnerstag
Ort/Strecke: Grauholz/Schwarzkopf
Zeit: 15:30
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: Lockerer Dauerlauf
Km: 14
Intensität: 3 (von 6)
Resultat: 60' DL coupiert + 1Km voll in ca. 2'57" + Auslaufen

Kommentar:
Sehr viel Steigung. Recht schwere Beine. Konnte das Tempo
im 1Km-Lauf zum Abschluss nicht ganz durchziehen.


Woche 7.8. - 13.8.05 (leicht)

Tag: Freitag
Trainingsart: Trainingsfrei

Kommentar:
Nach langem Arbeitstag war eine Pause angesagt.


Woche 7.8. - 13.8.05 (leicht)

Tag: Samstag
Ort/Strecke: Gurten
Zeit: 9:30
Trainingsart: aerobe & anaerobe Ausdauer
Training: 3 x Gurten-Talstation - Gurten-Bergstation
Km: total ca. 14
Intensität: 6 (von 6)
Resultat: 15:45 (Rekord um 45" verbessert); 15:52; ca. 16:50

Kommentar:
Im dritten Lauf zu ambitioniert und ab einem Puls von 166 BPM voll in die
Säure gelaufen. Musste kurz laufen und den letzten noch langsam beenden.


Woche 14.8. - 20.8.05 (leicht)

Tag: Sonntag
Ort/Strecke: Homebase / 14K Runde
Zeit: 18:30
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: zügiger Dauerlauf
Km: ca. 14
Intensität: 3 (von 6)
Resultat: 59'22" (4'15") (Crossing: 7'42" / Waldrand: 16'15" / Piz Gloria: 24'58" / Waldrand II: 35'36" / Piz Gloria II: 44'05")

Kommentar:
Trotz dem harten Training vom Vortag sehr flott unterwegs.





Keep running!


Euer Coach

Begegnung mit Bekele

Es spricht sich rasch um, wer vom who-is-who der Laufsport-Weltelite gerade in St. Moritz trainiert.
"Bekele ist hier" erfahre ich, kaum bin ich angekommen.
"Echt?"
"Ja, letzte Woche waren wir auf der Pontresina-Runde, als uns plötzlich einer in einem unglaublichen Tempo überholt." "Aber freundlich - sorry, sorry hat er bereits von weitem gerufen, uns passiert, und weg war er wieder."

Und gestern absolvierte der derzeit weltbeste Cross- und Bahnlangstreckenläufer eine harte Einheit auf dem legendären Tartanoval neben dem St. Moritzer See. 400 Meter Repetitionen. Viele. In einem unglaublichen Tempo. Ich sehe nur die Schlussrunde seines Trainings. "Das waren 53 Sekunden", höre ich jemanden sagen.



Bekele nach seinem Weltrekordlauf 2004 in Ostrava.


"Es waren 5 x 5 x 400m", bestätigt Kenenisa Bekele heute Dienstag, "und der letzte war in 54 Sekunden." Ich sitze ihm in der Lounge seines Hotels gegenüber. Manchmal muss ich mich vorbeugen. Er spricht so leise.

Ein Lächeln hat die Begegnung möglich gemacht. Am Dienstagmorgen stand ein Bahntraining auf meinem Programm. Beim Einlaufen sehe ich, wie ein unscheinbar wirkender Mann sich fröstelnd - es war über Nacht empfindlich kühl geworden - auf eine Bank neben der Tartanbahn setzt.

Es ist Hermes, Mensch geworden, der das Training einiger seiner Gegner vom schwarzen Kontinent beobachtet. Ich lächle, als ich den grossen, kleinen Kenenisa Bekele erkenne, und er lächelt zurück. An so einem Tag ist alles möglich.



Hermes und an seinen Fersen Afrika - an der Cross-WM 2005 in St. Galmier.


Im Augenschein des Königs wachsen selbst dem Geringsten Flügel. Im Anschluss an das schnelle Bahntraining folge ich einem Impuls und spreche Bekele an. "Ich bin hier nur ein Coach", sage ich und frage, ob er mir ein Gespräch für ein Laufsport-Weblog gewähren würde.

Bekele ist sich nicht sicher. "Ein Interview?" "Nein, kein Interview - bloss ein Gespräch. Er willigt ein. Nach dem Mittagessen in seinem Hotel. Okay? Okay!




Ein schwer zu lesendes Gesicht - Kenenisa Bekele.



Ich sehe ihn schon von weitem. Er sitzt an einem Computerterminal des Hotels mit Internetanschluss. Er ist allein gekommen. Kein Manager, keine Begleitung. Ich bin überrascht.

Am Bildschirm zeige ich ihm kurz "what this is all about". Silent running sei nicht nur für Elite-Läufer, erkläre ich ihm; es ist eine Website für alle, die den Laufsport lieben. Sein Gesicht ist nicht zu lesen. Um ungestört reden zu können, gehen wir die paar Schritte rüber zur Lounge.


Wir sitzen uns gegenüber. Bekele wirkt, als ob es für ihn keine Anspannung gäbe; jede Bewegung wirkt flüssig. Ich frage ihn, ob es für ihn nicht schwierig sei, Trainingspartner zu finden. "Auf der Bahn habe ich meine Tempomacher, manchmal ist auch mein Bruder mit dabei", sagt er. Und auf den vielen, vielen Dauerlaufkilometern? "Da hab ich mein Programm mit dabei, es sagt mir, wie ich zu laufen habe."

In St. Moritz ist Bekele in den Wäldern allein unterwegs. In einem Tempo, das unreal wirkt. Es sei sein erster Aufenthalt hier, lässt er mich wissen. Die Trainingsverhältnisse seien sehr gut, meint er höflich. Nur den Kälteeinbruch mag er nicht. "Es ist doch jetzt Bahn-Saison, da sollte es nicht so kalt sein."



Bekele vor Gebrselassie in Paris 2003.


Im Alter von 14-15 Jahren sei sein Talent beim Fussballspielen entdeckt worden, erklärt Bekele. Seine Lehrer hätten ihm darauf hin Programme gegeben, nach denen er zu trainieren hatte. Mit 18 habe er zur äthiopischen Elite aufgeschlossen. "Da durfte ich dann zum Beispiel das halbe Programm eines Elite-Läufers mitmachen", erinnert er sich. Wie oft er damals schon trainiert habe? Zweimal am Tag.

Wenn Kenenisa Bekele leise über Haile Gebrselassie spricht, verändert sich seine Ausstrahlung. "Als ich Haile an den Olympischen Spielen gewinnen sah, wünschte ich, ich könnte sein wie er", sagt der Weltrekordhalter über 5000m (12:37.35, Hengelo 2004) und 10000m, und es klingt, als ob es noch lange nicht wahr werde. Ein zuvor nicht sichtbares Leuchten tritt in seine Augen und verweilt.

Ich sitze dem schnellsten Bahnlangstreckenläufer der Gegenwart gegenüber und sehe einen Mann, der keine Faser Allüren im Körper hat. Er spricht über Haile Gebrselassie und wirkt er wie ein Junge, der einem Idol nachträumt. "He's my hero", sagt er unumwunden, und seine Worte treffen einen Nerv mitten in der Magengrube.

Wie nimmt Kenenisa Bekele seine Gegner in einem Rennen wahr? Ich erwarte eine Antwort, aus der Übersicht und taktische Erfahrung spricht. Doch da ist Hermes wieder. "Ich sehe sie gar nicht", sagt Bekele, hält die Hände kurz vor das Gesicht und schüttelt den Kopf. Dann lüftet er ganz kurz den Schleier der Unsterblichkeit. "Wenn du dein Training kennst und weisst, dass du gut und richtig trainiert hast, dann läufst du dein Rennen mit Selbstvertrauen. Wenn ein anderer besser trainiert hat, dann gewinnt er."

So etwas muss man erst verdauen. Die Einfachheit der Aussage verbirgt die ganze Tiefe, die den Laufsport ausmacht. Es wird Zeit Bekele gehen zu lassen. Wir sprechen noch ein wenig über die kommenden Rennen und die Weltmeisterschaften. "In Helsinki I run for my country", sagt er. Keine Faser Allüren. Unsere Begegnung ist zuende.

Drei Stunden später trabe ich neben Christian Belz in Richtung Champfer See. Wir diskutieren über die Konsequenz, mit der trainiert werden muss, um Weltklasse-Ergebnisse zu erzielen. Auf einem Bergabstück kommt uns plötzlich Kenenisa Bekele entgegen. Sein Tempo bergauf ist einschüchternd. Einen Augenblick lächelt er
freundlich in Richtung unserer Gruppe, und schon ist er wieder verschwunden.








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Woche 17.7. - 23.7.05 (mittelschwer)

Tag: Dienstag

1. Training
Ort/Strecke: St. Moritz (Bahn)
Zeit: 10:15 Uhr
Trainingsart: Schnelligkeit
Training: 15x200m, 90" P. keine Blockpause
Km: Mit EL & AL total 10Km
Intensität: 5 (von 6)
Resultat: 36/35/35/34/34/33/35/34/32/33/32/32/32/31/28,8

Kommentar:
Ein optimales Training - nicht zu
hart. Immer gut gefühlt. Konnte
mich einer Gruppe von Elite-Athleten
anschliessen, die 15x400m liefen.
So profitierten beide - ich musste
nicht allein trainieren und die
Jungs hatten meine Hilfe beim
Hochhalten des Tempos.


Tag: Dienstag

2. Training
Ort/Strecke: St. Moritz (Bahn) - Silvaplana - St. Moritz
Zeit: 17:00 Uhr
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: Lockerer Dauerlauf
Km: 10,5
Intensität: 2 (von 6)
Resultat: knapp 47' um die Bahn aufgefüllt auf 50' (4'42")

Kommentar:
Lockere Champfer See Runde mit Christian
Belz
.
Gute, wenn auch etwas müde Beine.



Keep running!


Euer Coach

In Sachen Henry

Er war der Mann vom andern Stern. Unerreichbar. Weit vor dem Feld gab er der Einsamkeit des Langstreckenläufers ein Gesicht.





Henry Rono, geboren am 12. Februar 1952, Nandi aus Kenia. "Den hatte der Liebe Gott zur Erde geschickt, um zu laufen", sagt Ronos ehemaliger Coach Tracy Sundlun.

1978 vernichtete Rono in 81 Tagen vier Weltrekorde.
3000m (7:32,1)... 3000m Steeple (8:05,4)... 5000m (13:08,4)...
10'000m (27:22,5). Alle alleine in Grund und Boden gelaufen.

Es sah zu gut aus, um wahr zu sein. Es war zu gut.

Kenias Boykotte der Sommerspiele von 1976 und 1980 raubten dem Laufwunder die Weltbühne.

Und so war der Absturz des naiven Naturburschen vorprogrammiert. Kein Manager kümmerte sich um seine Finanzen. An später zu denken, hatte Henry Rono nicht gelernt.





Anfangs der Achziger Jahre entdeckte er Bier. Im September 1981 war er am Vorabend eines Rennens in Oslo betrunken.

Am nächsten Morgen trainierte er eine Stunde, um den Alkohol auszuschwitzen. Er kehrte ins Hotel zurück, ass zu Mittag und legte sich wieder hin.

Am Abend lief er die 5000 Meter in Weltrekordzeit.


In den folgenden Jahren ersetzte die Rehabilitationsklinik das Trainingslager.

1994 vegetierte der grosse Rono in einem Obdachlosenasyl in Washington, DC vor sich hin.

"Das ist der tiefste Punkt auf den man sinken kann", sagte Rono später über seine Zeit in Washington, "danach geht es entweder wieder aufwärts oder du bist tot."

Aber er schaffte die Wende. Rono zog nach Portland, Oregon und später Albuquerque, New Mexico.

Er begann wieder zu laufen. Jeden Tag. Trainierte sich 20 Kilo weg.
Startete in Rennen der "Master" (über 40-jährige) obschon er immer noch 20 Kilo mehr mit sich rumschleppte als in seinen besten Tagen.




Im Jahr 2000 erschien auf der Frontseite des Albuquerque Journal ein Bild zu einer Story über die Überlebenden eines schlimmen Busunglücks. Die Bildlegende lautete: "Henry Rono, ein Schalterbeamter des Albuquerque International Sunports hilft..."

Es ist nicht die Weltbühne, aber er hat wieder ein Leben.



Am Samstag laufe ich mein erstes 5000m-Rennen als "Master". Ich widme es Henry Rono.


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Es ist immer noch Erholung angesagt.



Woche 21.5. - 27.5.05 (leicht)

Tag: Montag
Ort/Strecke: Homebase / 4,5K Runde
Zeit: 18:30
Trainingsart: Erholung
Training: Lockerer Dauerlauf
Km: 4,5
Intensität: 1 (von 6)
Resultat: 20'16"


Kommentar: Der GP sitzt noch tief in den Muskeln.


Dafür anschliessend Solbad in Schönbühl.



Keep running!


Euer Coach



Schweizerrekord

Er hat's geschafft! Und gleich im ersten Anlauf.

Christian Belz hat bei seinem 10'000m Bahndebüt in Palo Alto, Kalifornien den 20-jährigen Schweizerrekord von Markus Ryffel um 18 Hundertstel auf 27:54,11 verbessert. Ein Zeichen der Extraklasse - beider Läufer.

18 Hundertstelsekunden, das sind auf 10'000 Meter ganze 1m18cm oder nicht ganz ein Schritt.


(Bildquelle: SLV 2004)


Für Chrigu ist es hoffentlich der erste Coup eines grossen Jahres.
Man kann sich auf seine kommenden Rennen freuen.

Roland Hirsbrunner vom Schweizerischen Leichtathletikverband SLV hat am Montag kurz telefonisch mit dem neuen Schweizerrekordhalter gesprochen. Das Interview kann hier nachgelesen werden.

Unter seinen sportlichen Gegnern gilt Christian Belz als eher verschlossen. Ich habe Chrigu aber als feinen Menschen ohne Dünkel kennengelernt. Bei unserem letzten gemeinsamen Einlaufen entlang der Aare liess er en passant folgenden interessanten Tipp ins Gespräch einfliessen:

"Ich habe auf dieser (oft gelaufenen) Strecke einen abgemessenen Kilometer, den ich - ohne auf die Uhr zu blicken - im subjektiven Aufwärmtempo laufe. Am Schluss checke ich den Pulser (die Uhr mit Pulsmesser), und wenn ich unter einem bestimmten Wert bin, weiss ich, dass ich mich vom letzten, harten Belastungstraining erholt habe."


Da spricht der Profi, der weiss, wann er seinen Körper wieder belasten darf.


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Der ambitionierte Amateur hält sich vor dem nächsten harten Training zurück.


Woche 30.4. - 6.5.05 (leicht)

Tag: Montag
Ort/Strecke: Homebase / 9K Runde
Zeit: 18:30
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: Lockerer Dauerlauf
Km: 9
Intensität: 2 (von 6)
Resultat: 38'33" (4'17")
(Crossing: 7'14" / Waldrand: 15'31" / Piz Gloria: 23'57")

Kommentar: Locker, ohne zu pushen.



Keep running!


Euer Coach

Paula rennt

Ganze 2 Stunden 17 Minuten und 42 Sekunden - inklusive Toilettenpause - benötigte Paula Radcliffe am Sonntag für den London Marathon.




Das ist die schnellste je in einem Frauenmarathon gelaufene Zeit. Wie ernst es ihr war, offenbarte Radcliffe bereits auf dem ersten Kilometer, den sie in 3'08" zurücklegte. Für den Halbmarathon benötigte sie 68'27".

Die Zeiten sind schwer in einen properen Kontext zu bringen. Sie sind das Ergebnis eines unglaublichen Professionalismus. Was immer das auch heissen mag.


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Meanwhile on planet Earth...


Woche 16.4. - 22.4.05 (mittel)

Tag: Montag
Ort/Strecke: Homebase / 5K Runde
Zeit: 19:00
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: Lockerer Dauerlauf
Km: 5
Intensität: 1 (von 6)
Resultat: 22'15" (4'33")

Kommentar: Ein Footing zur Erholung
vor dem morgigen Training.




Keep running!


Euer Coach

The kids are alright

Während hier unter grauem Aprilhimmel noch an der Frühform geschliffen wird, sind unsere Leistungsträger schon in "good shape".

Unsere National-Geherin Marie Polli verpasste die WM-Limite auf der 20 Kilometer Distanz nur um 28 Sekunden. La prochaine fois, Marie!



Trotz ihrer Olympia-Qualifikation war sie in St. Moritz letzten Sommer noch scheu wie ein Reh und errötete, wenn angesprochen. Very sweet.


Chrigu Belz hat sich dagegen schon lange an seinen Status gewöhnt. Und dieses Jahr könnte für ihn vielleicht sogar alles Bisherige toppen.



In Walnut (USA) legte er eindrückliche 13:26.82 über 5000m vor, womit er sich in der Jahresweltbestliste gleich auf Rang 5 katapultierte.


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Etwas gemächlicher ging's in den letzten zwei Tagen im Bremgartenwald zu und her.


Woche 9.4. - 15.4.05 (leicht)

Tag: Freitag
Ort/Strecke: Bremgartenwald / 12K Runde
Zeit: 18:00
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: Lockerer Dauerlauf
Km: 12
Intensität: 2 (von 6)
Resultat: 53'55" (4'30")

Kommentar: Zeitweise etwas zügiger unterwegs,
aber bereits ein Tempo unter 4'20"
fühlte sich hart an. Linke Ferse wieder
deutlich gereizt (innen).


Wochenkilometer: 88


Und gleich der Einstieg in die neue Trainingswoche:


Woche 16.4. - 22.4.05 (mittel)

Tag: Samstag
Ort/Strecke: Bremgartenwald
Zeit: 10:00
Trainingsart: Anaerobe Ausdauer
Training: Einlaufen - 2' / 4' / 6' / 8' / 6' / 4' / 2' je 90" P. - Auslaufen
Km: 17 (könnten auch 18 gewesen sein)
Intensität: 5 (von 6)
Resultat: Schnitt ca 3'37"

Kommentar: Wieder mit Trainingspartner und
Zugpferd Reto. Alles soweit ganz
gut, ausser, dass ich im 2. 4' Stück
bei Tempo 3'25' nach 2'30" abreissen
lassen musste. Die letzten 2'
waren dann wieder sehr gut und
schnell. Linke Ferse wieder deutlich
besser!


Tja, einen Belz hätten wir heute nicht lange gesehen. Ein netter Typ übrigens (meine Meinung!), der sich nicht zu schade ist, schwächeren Läufern auch mal einen guten Rat zu geben.


Keep running!


Euer Coach

Les Uns et les Autres

Gewinnen und verlieren können so nah beieinander liegen.

Da gewinnt Claudia Oberlin den Zürich Marathon und gehört doch zu den Verliererinnen des Tages. Mit ihrer Zeit von 2:34:38 verpasst sie die WM-Limite um weniger als 100 Sekunden.

Vor Jahresfrist hatte sie an gleicher Stelle die Olympianorm um eine
ähnliche Zeitspanne verpasst.


Bei den Herren belegte unser Schweizer Marathonkader Viktor Röthlin zwar nur Platz vier. Mit seiner Zeit von 2:10:16 ist er aber für die Weltmeisterschaften in Helsinki qualifiziert - wenn er denn startet - und hat sich nach langer Verletzungsphase eindrücklich zurückgemeldet.





And now back to basics:


Woche 2.4. - 8.4.05 (mittel)

Tag: Sonntag
Ort/Strecke: Homebase / Monster (600m Höhendifferenz)
Zeit: 17:30
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: Der "Lange"
Km: 20
Intensität: 3 (von 6)
Resultat: 1h 32'37" (4'38")
(Crossing: 7'01" / Hill One: 17'36" / Quelle: 23'16" / Schamhügel: 30'39" / Hausberg I: 34'24" /
Mülleimer I: 41:47 / Mülleimer II: 50:32 / Hausberg II: 59:52)

Kommentar:
Die Formkurve zeigt steil nach oben.
Eigentlich viel zu steil. In den harten
Steigungen übersäuern die Muskeln
allerdings noch relativ schnell.



Keep running!

Euer Coach

Moorcroft

Warum eigentlich David Moorcroft? Im Zeitalter der äthiopischen Wunderläufer Gebreselassie und Bekele wirkt der ehemalige 5000 Meter Weltrekordhalter als Pseudonym doch schon reichlich angestaubt.





Nun, zum einen bin ich mit 40 Lenzen als Athlet auch schon reichlich angestaubt.

Andererseits steht Moorcrofts Zeit von 13:00,4, die er am 7. Juli 1982 an den Bislett Games in Oslo lief für eine sportliche Leistung, wie sie meiner Meinung nach seither nicht mehr erzielt wurde.

Denn Moorcroft lief seinen Weltrekord im Alleingang. Ohne Abfolge von Hasen oder Pacemakern verabschiedete sich der Brite nach zwei von 12,5 Runden vom Feld, um den Weltrekord, der damals noch bei 13:08 stand, zu attackieren.

Das hat etwas von einem Don Quixote - allein gegen Windmühlen. Wer die 5000m auf der Bahn kennt, weiss wie lang die Runden sind und wie lange das Leiden.


Woche 16.3. - 1.4.05 (leicht)

Tag: Montag
Ort/Strecke: Homebase / 9K Runde
Zeit: 18:30
Trainingsart: Aerobe Ausdauer
Training: Lockerer Dauerlauf
Km: 9
Intensität: 2 (von 6)
Resultat: 39'59" (4'27")
(Crossing: 7'25" / Waldrand: 16'03" / Piz Gloria: 24'32")
Kommentar: Gutes Training, mit angezogener
Handbremse gelaufen.



Keep running!

Euer, Coach